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Inhalt

Optimierungsmodell für Energy Trading

Quelle: Bosch Software Innovations

Grafik 1: Optimierungsmodell

Flexibilitätsprofile: Wind & Solar, BHKW & Elektrofahrzeugen, Ladeinfrastruktur

Quelle: Bosch Software Innovations

Grafik 2: Flexibilitätsprofile

Novellierung des EEG: Direktvermarktung und Fernsteuerbarkeit – Wer kann davon profitieren?

22.10.2014 -

Ziel der letzten Novellierung des EEG ist die Markt- und Netzintegration der erneuerbaren Energien bzw. die Reduzierung der Kosten der Energiewende. Daher werden Betreiber größerer EE-Neuanlagen (ab einer Leistung von 500 Kilowatt kW) seit 01.08.2014 verpflichtet, ihren erzeugten Strom direkt zu vermarkten. Zum 01.01.2016 gibt es mit einer weiteren Stufe diese Verpflichtung bereits ab einer Leistung von 100 kW. Betreiber können ihren Strom wahlweise selbst oder über ein Direktvermarktungsunternehmen vermarkten und erhalten hierfür ggf. eine Marktprämie (geförderte Direktvermarktung). Die gesetzliche Einspeisevergütung wird nur noch in Ausnahmefällen gewährt. Dem „produce and forget-Prinzip“ wird damit Einhalt geboten, und die erneuerbaren Energien werden enger in den Marktmechanismus von Angebot, Nachfrage und Preisschwankungen integriert.

Welche Auswirkungen hat dieser Aspekt der Novellierung auf die unterschiedlichen Marktakteure, insbesondere die Direktvermarktungsunternehmen, die in der Regel den Strom der EEG-Anlagenbetreiber aggregiert vermarkten?

Wie kann es ihnen gelingen, mit der am Markt verpflichtend anzubietenden Kapazität maximalen Profit zu erwirtschaften?

Aggregierte Kapazitäten optimal direkt vermarkten – aber wie?

Mit der Verpflichtung zur Direktvermarktung einher geht der Bedarf, die vorhandenen Kapazitäten möglichst optimal zu vermarkten. Grafik 1 zeigt, wie Handelsoptimierung mit Hilfe des Optimierungsmodells - als einem Baustein des Bosch VPP (Virtuellen Kraftwerks) - erfolgen kann.

Wesentlich dabei sind folgende Faktoren:

  • Über das Virtuelle Kraftwerk lassen sich viele, dezentrale Anlagen schnell und einfach in einen Anlagenpool einbinden.

  • Die Optimierung des Anlagenpools und der zur Verfügung stehenden Kapazitäten erfolgt über die Ableitung von Profilen (Erzeugung und Verbrauch) für die einzelnen Anlagen. Diese Anlagenprofile werden dann aggregiert.

  • Die Optimierungsstrategie berücksichtigt die spezifischen Rahmenbedingungen jeder einzelnen Anlage. Diese Bedingungen sind softwareseitig in Regeln (Business Rules) umgesetzt und lassen sich bei Bedarf komfortabel anpassen.

  • Die Steuerung der Anlagen erfolgt via Service Requests, welche an die jeweiligen lokalen Kontrolleinheiten versandt werden. Eine Anbindung an einen zentralen Leitstand – soweit vorhanden - ist nicht erforderlich.

  • In das Optimierungsmodell gehen zudem Prognosedaten ein (Wettervorhersage, Erzeugung und Verbrauch), um die vermarktbare Energie möglichst exakt bestimmen zu können.

  • Auf der Basis von 15 Minuten-Intervallen (siehe Grafik 1) können die Erlöse aus dem Intraday-Handel optimiert werden.

Optimale Steuerung mit dem VPP benötigt Fernsteuerbarkeit von Anlagen

Ebenfalls neu ist, dass die Fernsteuerbarkeit aller EEG-Anlagen mit der Gesetzesnovellierung obligatorisch wird (für Neuanlagen ab dem 2. Monat nach Inbetriebnahme, für Bestandsanlagen mit einer Übergangsfrist zum 01.04.2015).

Die in ein VPP eingebundenen Anlagen lassen sich erst dann optimiert steuern, wenn sie auch fernsteuerbar sind. Dies eröffnet verschiedenen Marktakteuren neue Perspektiven:

  • Aus der Sicht des Netzbetreibers:
    Hier steht das Thema Netzstabilität im Vordergrund, also Einspeiser und Verbraucher als netzdienliche Maßnahme an- oder abzuschalten oder zu regeln.

  • Aus Sicht der Anlagenbetreiber bzw. der Direktvermarkter:
    Ihr Ziel ist die optimale Steuerung des Anlagenpools im Hinblick auf erzielbare Erlöse aus dem Energiehandel. Anlagen werden z.B. via Fahrplan entsprechend ihres Flexibilitätsprofils an-/abgeschaltet oder stufenweise geregelt.

Der Anlagenpool mit den diversen Flexibilitätspotenzialen (siehe Grafik 2) steht hierfür als „Pool der Optimierung“ zur Verfügung, um Bedarf und Angebot bestmöglich aufeinander abzustimmen und von Energiepreisschwankungen profitieren zu können.

Die Fernsteuerbarkeit von Anlagen, die die EEG-Novellierung mit sich bringt, ist eine unabdingbare Voraussetzung für ein VPP, und damit ein wichtiger Baustein für die Netzstabilität und die Ausschöpfung des Potenzials, das die Marktmechanismen bieten.