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Dr. Hartmut Matzdorf - Energy

Dr. Hartmut Matzdorf
Senior Sales Manager Energy
Tel. +49 30 726112-0

Smart Metering und Rollout

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Rollout ante portas: Praktische Erfahrungen der First Movers

24.08.2015 -

Der Entwurf eines Gesetzes zur Digitalisierung der Energiewende liegt vor. Aber ist dies wirklich der Startschuss zum Rollout? Oder sollten die Vorbereitungen bei den Betroffenen schon im Gange sein? In einigen Energieversorgungsunternehmen in Deutschland beschäftigt man sich bereits intensiv mit dem Rollout. Ist es ratsam, das schon jetzt zu tun? Was muss alles geplant, entschieden und organisiert werden, bevor der erste Smart Meter überhaupt ausgerollt werden kann? Hier finden Sie eine Auswahl an Aspekten, die die First Movers heute bewegen.

„1-stufig oder 2-stufig? Das ist hier die Frage.“

Die Rolloutverordnung beinhaltet derzeit einen mehrstufigen, nach Verbrauchsklassen gestaffelten Ausbau von intelligenten Messsystemen. Es wäre also z.B. möglich, zunächst den intelligenten Zähler einzubauen und in den Folgejahren die verpflichtende Umrüstung zum intelligenten Messsystem vorzunehmen. Dies verursacht eine Verdopplung der erforderlichen Anfahrten und damit erhebliche Mehraufwände. 1-stufig oder 2-stufig? Das ist hier die Frage, denn die mehrfache Anfahrt einer Messstelle führt zu erheblichen Mehrkosten beim Service-Personal. In vielen Unternehmen tendiert man daher dazu, die Messstellen nur einmal anzufahren und somit den Einbau intelligenter Messsysteme vorwegzunehmen.

„Der Rollout als Dauerzustand?“

Ferraris-Zähler sind bis zu 40, eventuell sogar 60 Jahre im Einsatz. Bei Smart Meters und intelligenten Messsystemen muss man, solange die Verordnung aussteht, von einem Einsatz von 16 (8+8) Jahren respektive 13 (8+5) Jahren ausgehen. Sollte sich die Verlängerung der Eichfrist für Smart Meter auf 5 Jahre verkürzen, müssen die kompletten Messinfrastrukturen alle 13 Jahre erneuert werden. Damit wird das um circa 3-fach erhöhte jährliche Volumen der Ein- und Umbauten (ohne Berücksichtigung von Loswechseln, Entstörungen, etc.) nach dem anfänglichen Anstieg zur Umrüstung weiterhin auf hohem Niveau bleiben, bedingt durch die kürzere Einsatzdauer der intelligenten Zähler und Messsysteme. Idealerweise wird anfangs eine den Einsatzzyklus umfassende Planung erstellt, auf deren Grundlage Rahmenvereinbarungen mit Hardwareherstellern und externen Dienstleistern - und damit Kostenoptimierungen - geplant und realisiert werden können.

„Prozessautomatisierung und Logistik? Das A und O“

Vor dem Hintergrund der steigenden Komplexität des Messwesens ist es unabdingbar, die Prozesse weitgehend zu automatisieren. Prozesse, die mitunter noch manuell erledigt oder kontrolliert werden konnten, sind nicht mehr vorstellbar; stattdessen werden sie mit zahlreichen IT-Systemen realisiert. Was bedeutet es konkret, wenn in einem Jahr die 3 bis 4-fache Menge an Bestellungen, Lieferscheinen und Warenein- und ausgangsbuchungen bearbeitet werden müssen? Zudem muss getrackt werden können, wer wann welches Gerät erhalten und weitergegeben hat. Sind die aktuellen Systeme auf derartige Volumina ausgerichtet? Wo laufen alle Informationen zusammen, wie können Abweichungen vom Plan kontrolliert und wie kann gegengesteuert werden? Eine Orchestrierung aller mit dem Rollout zusammenhängenden Prozesse wird an diesem Punkt unerlässlich. Insbesondere Energieversorger, die ihre Prozesse bislang auch ohne Planungstools oder Workforce Management Systeme abgewickelt haben, werden die erforderlichen Infrastrukturen selbst aufbauen oder auf externe Dienstleiser und auch Software as a Service Angebote zurückgreifen.

„Welche Aufgaben soll unser Service-Personal in Zukunft erfüllen?“

Bislang war der Einsatz des Netz-Service-Personals überwiegend auf den Einbau von Zählern ausgerichtet. Seit Jahrzehnten prägt der Service-Mitarbeiter mit Schraubenzieher und Arbeits-Overall das Bild. Das Anforderungsprofil könnte sich durch die Digitalisierung deutlich ändern.

Denkbar ist, dass der Techniker mit Hilfe eines Laptops die Log-files des Gateways direkt nach dem Einbau und der Inbetriebnahme vor Ort prüft und sicher stellt, dass der angeschlossene Zähler erkannt wird. Hierfür hat der Service-Mitarbeiter zuvor vom Gateway Administrator ein Zertifikat erhalten, das dem Gateway bekannt ist.

Dieses Profil des Service-Mitarbeiters ist ein ganz anderes und voraussichtlich mit erheblichem Schulungsaufwand verbunden. Mehranfahrten versus Investitionen in die erforderliche Hardware, Schulung und mögliche Wartezeit vor Ort. Die Vor- und Nachteile sind auch hier sehr genau gegeneinander abzuwägen.

Fazit: Je früher, desto besser?

Die erforderlichen Vorbereitungen für den Rollout sind umfangreich und kostenintensiv. Bevor Sie mit dem Rollout starten, gilt es, alle damit zusammenhängenden Prozesse und Systeme und deren Interaktionen zu analysieren. Aus den ersten Erfahrungsberichten wird klar, dass unerwartete Probleme an der Tagesordnung sind und mangels Erfahrungswerten eben nicht eindeutig behandelt werden können. Insofern ist es wichtig, den Rollout mit der entsprechenden Priorität vorzubereiten, finanzielle und personelle Ressourcen bereitzustellen und das Management zu involvieren. Wenn der offizielle Startschuss gefallen ist, werden Ihre Handlungsspielräume eingeschränkt, wirklich kostenoptimal zu arbeiten.


Was können Sie tun, um sich auf den Rollout vorzubereiten?

Profitieren Sie von den Erfahrungen eines First Movers:

Markus Rüger, Projektingenieur Messsystem Rollout, berichtet im Webinar über den Rollout bei der EWE NETZ GmbH