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Dr. Hartmut Matzdorf - Energy

Dr. Hartmut Matzdorf
Senior Sales Manager Energy
Tel. +49 30 726112-0

Smart Meter Gateways als Lebensretter? Ja!

Berlin, 05.10.2016 -

Der Rollout intelligenter Messinfrastruktur umfasst weit mehr als „nur“ Technologie, die rollout ready ist. Dies zeigten die zahlreichen Beiträge und Erfahrungsberichte bei den metering days 2016.

Einige interessante Aspekte haben wir für Sie zusammengestellt:

Disruption ist das Stichwort

Die „alte“ Welt der Energiewirtschaft wird komplett auf den Kopf gestellt. Dieser Prozess ist schon länger im Gange, schon allein durch die zunehmende Dezentralität der Erzeugung und die Prosumer, die gleichzeitig Erzeuger und Verbraucher sind. Eine komplett neue technologische Basis aufzubauen ist etwas bislang nicht Dagewesenes. Die Digitalisierung ist auch ein gesellschaftspolitisches Thema, das neben den Energieversorgern auch die Kunden und die Öffentlichkeit betrifft.

Das Internet of Things (IoT) hält Einzug in den Energiemarkt

Bislang wurde die Energiewirtschaft wenig mit IoT in Verbindung gebracht. Argumente wie Datenschutz, Vorgaben und Richtlinien tauchten als Argumente auf, warum das IoT für die Energiewirtschaft nicht relevant sei. Tenor auf den metering days war, dass gerade das IoT, d.h. die Vernetzung von Geräten und Diensten und daraus resultierende neue Angebote eine Voraussetzung für neue Geschäftsmodelle sei. Das Smart Meter Gateway sei daher ein Enabler für das IoT. Dadurch kann eine Vielzahl neuer Dienstleistungen und Geschäftsmodelle entstehen, die bislang undenkbar waren.

Neue Geschäftsmodelle – das Smart Meter Gateway als Lebensretter

Die neuen Messinfrastrukturen werden eine große Datenmenge liefern. Data Scientists werden Data Mining als Basis nutzen, um neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Einige Ideen, die sich eng am Energiemarkt orientieren, gibt es schon: Mieterstrom, Leerstandsüberwachung und spartenübergreifende Energieberatung. Wirklich bahnbrechend sind jene Geschäftsmodelle, die mit den Messwerten komplett neue Dienstleistungen in anderen Umfeldern kreieren. Können Sie sich vorstellen, dass ein Gateway einer Seniorin das Leben retten kann? Jetzt wird es möglich! Familienangehörige erhalten die Strom- und Wasserverbrauchsdaten von älteren oder pflegebedürftigen Angehörigen. Fällt auf, dass morgendlich kein Wasserverbrauch (Toilettenspülung, Dusche) und kein Stromverbrauch (Licht, Kaffeemaschine, Fön, Toaster) gemessen wird, können entsprechende Maßnahmen (Anruf, Besuch, Benachrichtigung der Nachbarn oder des Pflegedienstes) ausgelöst werden. Ja!

Erst der Kunde, dann die Technologie

Smart Metering wird von vielen Endkunden auch kritisch gesehen. Angst vor unzureichendem Datenschutz oder sogar Datenmissbrauch heizen die Diskussion an. Zugleich kommen Mehrkosten auf die Kunden zu, die sie, ohne im Gegenzug einen Mehrwert zu erhalten, nicht akzeptieren werden. Das zeigt klar: Die Kommunikation ist bislang zu kurz gekommen. Einige Stadtwerke berichten, dass die Telefone im Kundenservice heiß laufen, sobald eine moderne Messeinrichtung oder ein intelligentes Messsystem eingebaut wurde. Viele Energieversorger sind darauf nicht vorbereitet! Bis zu einem Drittel der Montagezeit vor Ort entfällt auf „Aufklärungsgespräche“! Daher ist es so wichtig, Monteure und Mitarbeiter, nicht nur die im Kundendienst, entsprechend zu schulen, damit sie dem Kunden den Mehrwert kommunizieren können.

Wer schnell ist, gewinnt

Prinzipiell haben Energieversorger folgende Optionen, den Rollout umzusetzen: progressiv, linear oder degressiv. Die ersten Erfahrungen zeigen, dass es sinnvoll ist, den Rollout möglichst schnell anzugehen. Warum? Mehrere Gründe sprechen dafür: Je früher ein Unternehmen startet, desto schneller stehen den Kosten Erlöse gegenüber. Und desto schneller wird die Datenbasis geschaffen für die Bereitstellung neuer, profitabler Mehrwertdienste.

Schnelligkeit ist auch im Einzelfall wichtig: Die Einbau- und Inbetriebnahmezeit vor Ort ist einer der wenigen Kosten-Faktoren, den Energieversorger signifikant beeinflussen können. Umso wichtiger ist es, diese Zeit zu minimieren - indem Prozesse automatisiert werden und die Kundenkommunikation über die passenden Kanäle erfolgt.

Spannend, was das „Größte IT-Projekt des Jahrhunderts“ alles mit sich bringt.

PS: Als kleine Hilfestellung finden Sie hier unsere bewährte Checkliste für den Rollout.

Zur Rollout Checkliste